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USA: Kunststoff beeinflusst Testergebnisse

Angst vor einer Chemikalie, die aus manchen Kunststoffen aus- treten kann, hat viele Konsumenten dazu gebracht, keine wieder verwendbaren Plastikflaschen mehr zu benutzen. Jetzt denken auch Wissenschaftler ernsthaft darüber nach, ihre Reagenzröhrchen aus Plastik nicht mehr einzusetzen. eine Studie von Wissenschaftlern der University of Alberta ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bestandteile von kommerziellen Röhrchen, wie sie weltweit in Labors eingesetzt werden, einige biologische Reaktionen blockieren können. Die Folge davon könnten falsche Schlussfolgerungen zum Beispiel über die Wirksamkeit eines Medikaments sein. Details der Studie wurden in Science veröffentlicht.  

Bereits Wasser ist ausreichend, um Chemikalien aus Teströhrchen auszuwaschen. Die Wissenschaftler kamen diesem Phänomen auf die Spur, als sie ein Medikament gegen Parkinson testeten. Diese Forschungsresultate geben Berichten von Wissenschaftlern Gewicht, die meinen, dass das Plastik die Ergebnisse von manchen Experimenten beeinflusst.  

Nachdem bemerkt wurde, dass die Messungen des Enzyms MAO-B mehr als außergewöhnlich waren, versuchte man, die Ursachen dafür zu ermitteln. Die wahrscheinlichsten Schuldigen waren die Plastikröhrchen, die in der Mikrozentrifuge eingesetzt wurden. Das Wasser, das sich bei mehreren Herstellern in den Röhrchen findet, führte zu einer rund 40-prozentigen Blockierung des Enzyms. Als die Bestandteile des Wassers untersucht wurden, fanden sich Spuren einer antimikrobiellen Substanz und einer Chemikalie, die verhindert, dass das Wasser sich am Plastik festsetzt. Beide wurden von den Herstellern absichtlich hinzugefügt. Auch die Plastikspitzen der Pipetten setzten Chemikalien frei, die biologische Reaktionen blockierten. Chemikalien, die aus den eingesetzten Kunststoffplatten austraten, machten das Enzym jedoch aktiver. 

An der University von Alberta ist man davon überzeugt, dass diese chemischen Reaktionen die Ergebnisse von Experimenten so sehr verfälschen können, dass es entscheidende Auswirkungen auf die Forschung geben kann. Viele der derzeit im Umlauf befindlichen Daten dürften in irgendeiner Weise beeinflusst worden sein. Bisher ist es jedoch noch nicht gelungen, Studien mit falschen Daten oder falschen Schlussfolgerungen zu identifizieren. Man glaubt dennoch, dass durch den Einsatz dieser Kunststoff-Produkte viel Zeit und viel Geld verschwendet worden ist. 

Sarstedt, einem Hersteller von Plastikspitzen von Pipetten gelang es in der Folge jedoch nicht, diese Forschungsergebnisse zu wiederholen.

pressetext.austria



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