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Entwicklung eines Zellkulturmodelles für das Organversagen im septischen Schock

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T. Hartung und A. Wendel
Lehrstuhl für Biochemische Pharmakologie, Universität D-Konstanz
Summary

Der septische Schock ist ein therapeutisch ungelöstes Problem der Klinik. Seit den 50er Jahren sind zahlreiche Tiermodelle zu diesem Krankheitsbild etabliert, die die Symptomatik und den klinischen Verlauf des septischen Schocks weitgehend widerspiegeln. Trotz intensiver Forschung nach therapeutischen Ansätzen bleibt die medikamentöse Therapie unbefriedigend, so dass auch weiterhin erheblicher Forschungsbedarf besteht. Im Augenblick ist der tierexperimentelle Ansatz der einzige erfolgreiche Zugang. Im wesentlichen wird versucht, ein Multiorganversagen auszulösen, das mit Pharmaka verhindert werden soll. Diese Versuche sind für die Tiere sehr belastend. Gleichzeitig sind die ablaufenden Schädigungsprozesse jedoch so komplex, da ihr Studium mit dem Ziel, Ansatzpunkte für die therapeutische Intervention zu gewinnen, am Ganztier sehr schwierig ist. Aus dieser doppelten Motivation heraus wurde in unserer Arbeitsgruppe ein Zellkulturmodell entwickelt, das mechanistisch zahlreiche Gemeinsamkeiten mit den Vorgängen im Versuchstier zeigt. Das Modell basiert auf einer Cokultur von parenchymalen und nicht-parenchymalen Leberzellen, in denen mit Bakterienwandbestandteilen (Endotoxinen) ein akuter Leberzelluntergang auslösbar ist. Hier wird die Validierung im Vergleich zum Tierexperiment, dem akuten Leberversagen im Schock, vorgestellt. Die beeindruckende mechanistische Übereinstimmung bietet einen Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung zu einer breit einsetzbaren Ersatzmethode für Tierversuche zum septischen Schock.

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