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Anhaftprozesse von Entzündungszellen an Microcarrier-Gefässzellkulturen in einem Durchflusssystem: Alternativmethode zur Evaluation entzündungshemmender Arzneimittel

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Roland Zwahlen, Marianne Wyder-Walther and Hana Dolezal*
Institut für Tierpathologie der Universität CH-Bern
* Medizinische Klinik des Inselspitals CH-Bern

Summary

Akute entzündliche Prozesse sind durch Anhaftprozesse (Adhäsion) von spezifischen Entzündungszellen (neutrophile Granulocyten [PMN]) an Gefässzellen mit nachfolgender Auswanderung der PMN ins Gewebe charakterisiert. Dabei wrden überlebenswichtige Abwehrfunktionen oft durch Gewebeschäden infolge Freisetzung toxischer Produkte der Entzündungszellen überlagert. Entzündungshemmende Medikamente werden daher als Therapeutika bei Menschen und Tier häufig eingesetzt. Wir untersuchten in vitro die Anhaftung isolierter menschlicher Entzündungszellen an humane Gefässzellen aus Nabelvenen (HUVEC) auf Microcarrierkulturen in einem Durchflusssystem. Vorbehandlung der HUVEC mit einer entzündungsfördernden Substand (10-7 und 10-8 µ fMLP) führte zu einer dosisabhängigen Zunahme der anhaftenden Entzündungszellen (P<0.01). Diese Zunahme konnte sowohl mit einem steroiden (0,509 µM Dexamethason) als auch mit einem nichtsteroiden (0,392 µM Dexamethason) als auch mit einem nichtsteroiden (0,392 µM Diclofenac) Entzündungshemmer verhindert werden (P<0.001). Der Assay scheint geeignet, Erkenntnisse sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch der angewandten pharmakologischen und toxikologischen Untersuchungen zu gewinnen, und dürfte damit beitragen, die Anzahl der in diesen Versuchen eingesetzten Versuchstiere zu reduzieren.

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